Ausbildung, Umschulung, Weiterbildung oder Quereinstieg: Hier finden Sie die wichtigsten Wege in die Zahnarztpraxis und ins Dentallabor, kurz und verständlich.
Beide Berufe lernen Sie an zwei Orten: im Betrieb und in der Berufsschule (duale Ausbildung). Für beide gilt seit dem 1. August 2022 eine neue Ausbildungsordnung.
Zahnarztpraxis
Zahnmedizinische Fachangestellte (ZFA)
Dauer3 Jahre
LernorteZahnarztpraxis und Berufsschule
Schulabschlussformal keiner vorgeschrieben
PrüfungAbschlussprüfung in zwei Teilen, eine Zwischenprüfung gibt es nicht mehr
Verkürzenauf Antrag bei der Landeszahnärztekammer möglich
Neu in der Ausbildung sind unter anderem digitale Abläufe, Datenschutz, aktuelle Hygieneregeln, die Aufbereitung von Medizinprodukten und Nachhaltigkeit.
Dentallabor
Zahntechniker:in
Dauer3,5 Jahre
LernorteDentallabor und Berufsschule
PrüfungGesellenprüfung in zwei Teilen, Teil 1 im vierten Ausbildungshalbjahr
Danachzum Beispiel Meisterprüfung im Zahntechniker-Handwerk
Zahntechnik ist ein Handwerk. Zuständig für Ausbildung und Prüfung ist die Handwerkskammer.
In Leipzig: Den schulischen Teil beider Ausbildungen übernimmt die Ruth-Pfau-Schule. Beworben wird direkt bei einer Praxis oder einem Labor.
Umschulung zur ZFA
Für Menschen, die schon einen Beruf hatten oder länger nicht gearbeitet haben, gibt es die Umschulung. Sie endet mit derselben Abschlussprüfung wie die Ausbildung.
Eckdaten
Dauerin der Regel 2 Jahre
AbschlussAbschlussprüfung vor der Zahnärztekammer, wie in der Ausbildung
Förderunghäufig über einen Bildungsgutschein der Agentur für Arbeit oder des Jobcenters
So starten Sie
Termin bei der Berufsberatung der Agentur für Arbeit oder beim Jobcenter vereinbaren und nach einem Bildungsgutschein fragen.
Eine Praxis für den praktischen Teil finden. Dabei helfe ich gern.
Umschulungsvertrag schließen, die Kammer trägt ihn ein.
Mit einer Aufstiegsfortbildung übernehmen Sie mehr Verantwortung, etwa in der Prophylaxe oder in der Praxisverwaltung. Angeboten werden sie vor allem von den Zahnärztekammern. Umfang, Dauer und Kosten unterscheiden sich je nach Kammer und Anbieter.
Prophylaxe
ZMP: Zahnmedizinische Prophylaxeassistenz
Professionelle Zahnreinigung, Mundhygieneberatung, Fissurenversiegelung, Prophylaxe für Kinder und Menschen mit Behinderung. Rund 400 Stunden.
Prophylaxe und Verwaltung
ZMF: Zahnmedizinische Fachassistenz
Patientinnen und Patienten zur Mundhygiene beraten, vorbeugende Behandlungen nach Anweisung, dazu Aufgaben in der Praxisverwaltung.
Verwaltung
ZMV: Zahnmedizinische Verwaltungsassistenz
Praxismanagement, Abrechnung, Abläufe und Personalführung. Je nach Anbieter berufsbegleitend, als Kompaktkurs oder im Fernunterricht.
Höchste Stufe Prophylaxe
DH: Dentalhygiene
Prophylaxe in der Parodontitistherapie mit mehr eigener Verantwortung. Voraussetzung ist eine bestandene ZMP- oder ZMF-Prüfung.
In Sachsen: Die Landeszahnärztekammer Sachsen bietet ZMP und ZMV berufsbegleitend an. Eine Förderung über das Aufstiegs-BAföG ist dort möglich.
Quereinstieg in die Zahnarztpraxis
Praxen dürfen auch Menschen ohne ZFA-Abschluss beschäftigen. Mit guter Einarbeitung übernehmen sie viele Aufgaben. Einige Tätigkeiten sind aber an eine Qualifikation gebunden.
Möglich
Empfang und Terminplanung
Assistenz bei der Behandlung
Vorbereitung der Sterilgutaufbereitung
Abrechnung und Qualitätsmanagement
kleinere Laborarbeiten nach Einweisung
Nur mit Qualifikation
Röntgen: abgeschlossene ZFA-Ausbildung nötig
Freigabe von Sterilgut: ZFA oder anerkannte Fortbildung
Prophylaxe wie professionelle Zahnreinigung: Zusatzqualifikation, etwa ZMP
Wie es weitergehen kann
Für den Einstieg gibt es Kurse bei Zahnärztekammern und privaten Anbietern. Wer dauerhaft bleiben will, kann eine Umschulung oder Ausbildung beginnen. Wer viereinhalb Jahre in diesem Beruf gearbeitet hat, kann auch ohne Ausbildung zur Abschlussprüfung zugelassen werden (Externenprüfung).
Abschluss aus dem Ausland
Einen Berufsabschluss aus dem Ausland können Sie in Deutschland anerkennen lassen. Welche Stelle für Ihren Beruf und Ihr Bundesland zuständig ist und welche Unterlagen Sie brauchen, zeigt der Anerkennungs-Finder der Bundesregierung.
Wo Sie in Leipzig und Sachsen lernen, sich weiterbilden und Förderung beantragen. Die Angaben stammen von den Seiten der Anbietenden, Termine und Preise können sich ändern.
Berufsschule
Ruth-Pfau-Schule
Schönauer Straße 160, 04207 Leipzig
Berufliches Schulzentrum der Stadt Leipzig für Gesundheit und Sozialwesen. Hier lernen Auszubildende zur ZFA (3 Jahre) und zur Zahntechniker:in (3,5 Jahre) den schulischen Teil.
Gut zu wissen: Bewerbungen gehen nicht an die Schule, sondern direkt an eine Praxis oder ein Labor.
Zuständig für die ZFA-Ausbildung in Sachsen, von Ausbildungsverträgen bis zu den Prüfungen. Die Fortbildungsakademie bietet die Aufstiegsfortbildungen ZMP und ZMV an.
ZMPberufsbegleitend, rund 12 Monate; Theorie in Dresden, Praxis in der eigenen Praxis. Voraussetzung unter anderem zwei Jahre Berufserfahrung als ZFA in den letzten vier Jahren und Kenntnisse im Strahlenschutz.
ZMVberufsbegleitend, 2 bis 2,5 Jahre, rund 400 Stunden in sechs Modulen. Voraussetzung unter anderem ein Jahr Berufserfahrung.
FörderungAufstiegs-BAföG über die Sächsische Aufbaubank möglich
Für eine Umschulung brauchen Sie meist einen Bildungsgutschein. Den bekommen Sie nach einer Beratung bei der Agentur für Arbeit oder beim Jobcenter. Umschulungen laufen entweder direkt in einer Praxis oder über einen zugelassenen Bildungsträger.
Gut zu wissen: Zugelassene Kurse und Umschulungen finden Sie in der Weiterbildungssuche der Bundesagentur für Arbeit, auch mit Umkreissuche.
Zuständig für das Handwerk und damit auch für die Zahntechnik. Die Meisterschule bietet die allgemeinen Teile III und IV (Wirtschaft und Recht, Ausbilden) in Voll- und Teilzeit an, im Bildungs- und Technologiezentrum Borsdorf.
Gut zu wissen: Die fachlichen Meisterteile I und II für Zahntechnik stehen nicht im Leipziger Angebot. Dafür gibt es Meisterschulen in anderen Städten.
Bildet unter anderem Zahntechniker:innen aus, mit eigenen Ausbildenden und eigener Berufsschule. Das Angebot richtet sich an junge Menschen mit Hör-, Sprach- oder Lernbeeinträchtigung.
Gut zu wissen: Fragen Sie das aktuelle Angebot und die Voraussetzungen direkt beim BBW an.
Für eine Ausbildung, ein Praktikum oder eine Initiativbewerbung: Diese Verzeichnisse pflegen Kammer und Innung selbst, deshalb sind sie aktueller als jede Liste, die ich hier abschreiben könnte.
Zahnarztpraxen
Zahnarztsuche der sächsischen Zahnärzteschaft
Praxen in ganz Sachsen, mit Suche nach Ort und Umkreis, Fachgebiet und Barrierefreiheit.
Stand: Oktober 2026. Die Angaben sind sorgfältig recherchiert, ersetzen aber keine Beratung durch Kammer oder Agentur für Arbeit. Regeln können je Bundesland und Kammer abweichen.